Mittwoch, 8. Juni 2011
Top 5 - Records (III)
Montag, 6. Juni 2011
Top 5 - Records (II)
...und weiter geht die wilde Fahrt.
Top 5 – Vorglühmomente
Spider Murphy Gang – Skandal im Sperrbezirk
Fettes Brot – Bettina
Scooter - Hyper Hyper
Beyoncé – Single Ladies
Vengaboys – Boom Boom Boom
Top 5 – gute Songs von miesen Bands
Linkin Park – The Little Things Give You Away
Simple Plan – Take My Hand
Avril Lavigne – Sk8er Boi
Jet – Look What You've Done
Dashboard Confessional – Stolen
Top 5 – Songs fürs Snowboarden, fürs Laufband, fürs in Bewegung bleiben
Billy Talent – Perfect World
Frittenbude – Das ist Kunst (1000 Jahre)
Rammstein – Nadel
H-Blockx – Time Of My Life
Dredg – Uplifting News
Top 5 – Für den Sonnenuntergang
Paramore – The Only Exception
Olli Schulz – Schritt Für Schritt
Slut - Something To Die For
Oasis – Champagne Supernova
Death Cab For Cutie - Transatlanticism
Top 5 – Für den Sonnenaufgang
Phoenix – Love Is A Sunset (Part I)
Slut – Global Cut
Two Doors Cinema Club – Eat This Up, It's Good For You
Dredg – Matroshka (The Ornament)
Johnossi - Man Must Dance
Top 5 – Coversongs
Jeff Buckley – Halleluja
Jimmy Eat World – Firestarter
Vanilla Sky – Just Dance
Ryan Adams – Wonderwall
Aimee Mann - The Scientist
Top 5 – Songs, die einem das Leben erklären
Kettcar – Nachts
Death Cab For Cutie – Passenger Seat
Jimmy Eat World – A Praise Chorus
Editors – Munich
Tomte - Die Schönheit der Chance
Top 5 – Wenn Songs Häuser sind, sind das Wolkenkratzer
Jimmy Eat World – Get It Faster
Editors – Bricks And Mortar
Foo Fighters – Everlong (gerne auch in der Acoustic-Version)
Muse – Map Of The Problematique
Jimmy Eat World – Goodbye Sky Harbor
Top 5 – Jede Stadt hat den Soundtrack, den sie verdient
Interpol – NYC
Editors – In This Light And On This Evening
Peter Fox – Schwarz Zu Blau
Rammstein – Moskau
Jay-Z – Empire State Of Mind
Top5 - Records (I)
Es wird Zeit Nick Hornby zu ehren. Nicht nur mit dem Geist, der Art wie wir täglich unser Leben denken. Als wären wir seinen Figuren nachempfunden und nicht umgekehrt. Sondern mit der Tat. In der Top5-Tradition, dem High-fidelischen Gedanken unseren tiefen, ehrlichen Respekt entgegen bringen. Die Kategorie macht die Musik. Sammeln wir Empfindungen.
Top 5 – die traurigsten Lieder für betrunkene Stunden
Bosse – 3 Millionen
Death Cab For Cutie – What Sarah Said
Imogen Heap – Hide And Seek
Jimmy Eat World – Hear You Me
Editors – Well Worn Hand
Top 5 – Jugendsünden, für die man sich nicht schämt
Limp Bizkit – Take A Look Around
Blink 182 – The Party Song
Die Ärzte – Schunder Song (letztlich alles von den Ärzten)
Die Prinzen – Gabi und Klaus
Sum 41 – Fat Lip
Top 5 – Zurecht vergessene OneHit-Wonder mit zu unrecht vergessenen OneHits
Wamdue Project – King Of My Castle
Stars – Take Me To The Riot
Ian O'Brian-Docker – Totally Alright
Azzido Da Bass – Lonely By Your Side
Carpark North - Human
Top 5 – Bands, die alle mögen außer man selbst, die dann aber doch einen Hit hatten
Tocotronic – Hey Freaks
Bloc Party – This Modern Love
Blur – Song 2
Queens Of The Stoneage – Little Sister
Radiohead – Street Spirit
Top 5 – Wut ist gut
Billy Talent – Devil In The Midnight Mass
Rise Against – Worth Dying For
Three Days Grace – Riot
Rage Against The Machine – Killing In The Name Of
Sum 41 – We're All To Blame
Top 5 – Wir ersticken nicht an Coolness, die Coolness erstickt an uns
Oasis – Gas Panic
Royal Republic – We Are The Royal
Lexy & K-Paul – Vicious Love
Muse – Undisclosed Desires
Lostprophets – Last Train
Top 5 – Nur Du und die Autobahn
Editors - Bullets
The Sounds – Song With A Mission
The Naked And Famous – Young Blood
The Wombats – My First Wedding
Kyle Minogue – Get Outta My Way
Top 5 – Songs so gut, dass man eine Kategorie für sie erfinden muss
Mazzy Star - Fade Into You
Frittenbude – Bilder Mit Katze
Ellie Goulding – Starry Eyed
Faithless – Insomnia
Florence & The Machine – Cosmic Love
Sonntag, 5. Juni 2011
Alles kann, nichts muss
Was die Welt im Innersten zusammenhält: Death Cab For Cutie sind schon längst kein Geheimtipp mehr. Was sie aber nicht davon abhält, großartige Alben in die Welt zu entlassen.
Es ist Frühling. An allen Ecken und Enden sprießt und gedeiht es. Alles was war, ist vorbei. Alles was noch kommt, ist bedeutungslos. Ein dumpfer Beat schleicht, surrt, spinnt ein Netz aus verschlafener Erhabenheit. Ein schüchterner Riese erwacht. Er wischt sich den Sand aus den Augen, reckt sich, setzt etwas Kaffee auf. So hört sich „Home Is A Fire“ an. Der Auftakt zur neuen Death Cab For Cutie Platte "Codes & Keys". Ein Türöffner, mit dem man sich auf den sonnengefluteten Balkon setzen möchte. Das Müsli auf dem Schoß, die Haut noch etwas feucht aus der Dusche und den leichten Geruch des Deos in der Nase. „Plats, they will shift, houses will shake, fences will droop, will will awake, only to find, nothing's the same. “. Genau.
Zuletzt sind die vier Herren aus Bellingham, Washington zunehmend ins Zentrum des Pop-Kosmos gerückt. Die ersten Alben der Band sind ein Sammlertraum: experimentell, zerfranzt und reich gesät an ungebügelten Kostbarkeiten, die einladen, sie als seine eigene, ganz persönliche Entdeckung zu vereinnahmen. Nachdem einem gerichtlich geführten Scheidungskrieg mit dem Basis-Label "Barsuk" und dem „Transatlanticism“-Intermezzo beim „Grandhotel Van Cleef“ (2003), kam man ab 2005 beim Major „Atlantic“ unter. Eine Kooperation, die beiden Seiten gut getan hat. Death Cab For Cutie ist eine dieser Bands, die saubere Melodien schaffen kann, ohne dabei beliebig zu werden. Immer irgendwo zwischen Indie und Pop steht und sich gar nicht entscheiden will. Songe, die zu gleichen Teilen klassische Eingängigkeit entwickeln und elektronische oder Postrock-Experimente anbieten. Die letzten Alben stiegen in den USA und anderswo auf 1 und Songs der Band schafften es immer häufiger in jugendliche TV-Formate, deren Zielgruppe entweder mitten in der Pubertät steckt ("O.C. California") oder versucht, dieser zu entkommen ("How I Met Your Mother"). Sogar in die "Twilight"-Reihe hat es das eigens dafür produzierte „Meet Me On The Equinox“ geschafft. Und zu allem boulevardesken Überfluss hat Sänger, Texter und Charakterkopf Ben Gibbard die schnucklige Zoey Deschanel ( "(500) Days Of Summer") geheiratet. Auf schleichenden Sohlen sind "Death Cab For Cutie" so etwas wie Popstars geworden. Ein Zustand, der frustierten Internet-Usern meist böse aufstößt und auch diesmal Reaktionen zwischen Verwirrung und Entrüstung provozierte.
Doch darin liegt vielleicht das Geheimnis dieser Band. Das kann ihr alles nichts anhaben. Erfolg ist bei "Death Cab For Cutie", so scheint es, eher ein beiläufiges Moment als eine Karriereeigenschaft. Die Gruppe macht einfach Musik: selten formel, trotz großer Gesten weit vom Kitsch entfernt. Ehrlich, wie man so oft sagt, und nur selten meint. Ein Klangspektrum, von der Gitarre, mit denen man auf dem Fahrrad den sonnenbefleckten Hügel hinunter gleitet und dabei Kopf und Arme in den Windzug wirft. Bis zum Klaviergeschwader, das einem danieder streckt, in die Flut der Trauer wirft und nicht mehr ins Trockene lässt. Death Cab For Cutie kennen das Glück und den Schmerz – und bringen jeder Gefühlswelt ihre ganze, unendlich scheinende Tiefgründigkeit entgegen. Für jede Gemütslage die passende Partitur, die nun von „Codes & Keys“ nochmals ergänzt wird.
Der Sound dieser Platte erinnert nicht selten an eine übergroße Picknickdecke, mit der man in die Sonntagsstimmung aufbricht, und auf der sich alle Kostbarkeiten des Lebens ausbreiten lassen. Die Band hat eine leise Zufriedenheit für sich entdeckt. Der Volvo zuckelt die Landstraße entlang, die Kinder halten Mittagsschlaf, die Frau liest, während sie sich die Sonnenbrille richtet. Alles ist möglich, nichts ist nötig. Von solchen Momenten wimmelt es auf diesem Langspieler. Auch der Titeltrack schlägt, nun ja, schuppst in gleiche Kerbe. Umkreist seine leichten Streicher und findet in der eigenen Friedfertigkeit Halt. „Some Boys“ spricht Manchem die Fähigkeit zu Lieben ab, schließt aber unverzüglich wieder Frieden mit seinen Namensgebern. "Let it grow, let it grow, when there's a burning in your heart, don't be alarmed“ besänftigt die Vorabsingle „You Are A Tourist“ sich und andere. Das Schlagzeug zuckt erwartungsvoll-nervös und der Bass nickt dazu. Die Band, die früher vor allem mit präziser, großer Geste agierte, hat sich der sanften Zwischentöne angenommen. Das Dazwischen war bei Death Cab For Cutie schon immer anwesend, aber nie wurde ihm diese ungebrochene Aufmerksamkeit zuteil. Nicht überschwänglich aber mit jeder Menge Urvertrauen ausgestattet. Das große Überraschungsmoment dieses Albums dabei ist, dass der allumfassende Optimismus nur selten in Naivität oder Langeweile übergeht. Nur im etwas beliebigen Mittelteil bekommt die Gemütlichkeit einen einschläfernden Touch.
Doch Meister der Dramaturgie, die Death Cab For Cutie immer noch sind, ist das nicht anderes als ein Anlauf. Zum Ende der Platte wird der pathetische Ernstfall geprobt wird, der diesmal aber verhaltener ausfällt als auf vorherigen Alben. Deswegen aber nicht weniger bedeutsam ist. Nun sind es seichte Spielereien und konstante Soundgebilde, die einem Klimax hinterrücks aufs Kreuz legen. „St. Peter's Cathedral“ beginnt vorsichtig, verwirft aber zunehmend seine Schüchternheit und wiegt sich im eigenen Instrumenten-Kanon, der sich einem erst mit ein wenig Abstand wirklich erschließt. Auch der überraschend klein geratene Rausschmeißer „Stay Young, Go Dancing“ hüpft unbeschwert am Teich entlang und ruft der Welt zu „And when she sings, I hear a symphony“. Überall auf den gut 45 Minuten hallt der Gesang etwas mehr als sonst und es sitzen kleine elektronische Verzierungen im Geäst. Die Songs wirken, trotz Längen von bis zu 6 Minuten nie ausufernd, bleiben immer greifbar.
In den kleinen Freuden des Lebens scheinen Gibbard und Gefolgschaft ihr Glück gefunden zu haben. Am deutlichsten wird das am heimlichen Star des Albums: „Underneath The Sycamore“. Ein Stück, dass wohl am wenigsten auf vergangenen Death Cab-Platten aufgefallen wäre. Konventionell im Aufbau, wirft der Track die Arme von sich, läuft die Straße entlang und schreit in die Welt, was ihn berührt. Da kommt altes und neues der Band zusammen und es fühlt sich gut an. Gibbard selbst bringt dabei wie immer wundervoll auf den Punkt: „This is, where we find our peace. This is, where we are at least.“
Freitag, 3. Juni 2011
You say Mai-Tai, we say die!
Montag, 9. Mai 2011
Phoenix aus der Masse
Jeden Sonntag gehst du in ein Stadion, jeden Sonntag gewinnst oder verlierst du – die Frage ist nur: kannst du gewinnen oder verlieren wie ein Mann. (Oliver Stone)
Es war einer dieser Mittwochabende, die davon lebten, dass sie terminlicher Fixpunkt des Tages waren. Meine Eintrittskarte potent unter die Windschutzscheibe geklemmt, ging es mit Mutters A2 Richtung Gelsenkirchen. Ein Auswärtsspiel, von denen es immer gerade so viele gab, dass man gerade noch so ohne völlig bescheuert zu sein, denken konnte, dass es beim nächsten Mal anders werden würde. Arminia lag kurz nach dem Seitenwechsel mit 3:0 zurück, ehe der beste aller schlechten Fußballer Marko Küntzel – nachdem ich diesen Blog genauso hätte benennen können – den Ehrentreffer zum 3:1 Endstand erzielte. Doch alldem wohnte ich nicht bei. Ich stand bei Rheda-Widenbrück auf der linken Spur, der Motor aus, die Füße an der Leitplanke balanciert, das Ohr am Radio. Vollsperrung. 30 Kilometer. Hörend fühlt man sich einer solchen Niederlage noch hilfloser ausgesetzt, als man es sonst schon ist. Wobei selbst ein belangloses Dahin-Verlieren im Drecksruhrgebiet seine romantischen Momente hat. Das Aufwärmen, das gegenseitige Begrüßen zwischen Mannschaft und Gästeblock hat im fremden Rund immer etwas würdevolles: da gehören zwei unter Millionen zusammen. Verbundenheit als Massenerlebnis. Als Bielefelder nimmt man fremden Städte nicht mit dem Breitschwert ein, sondern führt mit dem Skalpell Guerillakrieg. Die Waffen sind das in guten Zeiten grandios praktizierte Konterspiel (Delron Buckley, wow!) und neben dem Rasen die Selbstironie, die anderswo – vielleicht in München – so oft fehlt. „Kniet nieder, ihr Bauern, Arminia ist zu Gast!“ Gerade in den Bahnhöfen und Fußgängerzonen Berlins oder Hamburgs kam das immer gut. Wenn die Begleitpolizisten grinsten, war ich zufrieden.
Vor dem Anpfiff ist natürlich auch das Spiel noch nicht verloren. Hoffnung ist ein euphorischer Zustand. Und nirgends ist die Hoffnung größer als in der Liebe. Ich bin seid über 5 Jahren unüberzeugter Single: Da fällt einem noch stärker auf, was dieser Ausdruck eigentlich gedeutet. Es gab nur eine Situation, in der ich die paar Bezahlfußballer da unten und was sie repräsentierten mehr liebte als in den 30 Minuten vorm Anpfiff auf fremden Geläuf: nach dem Spiel. Dazwischen konnte ich alles was da unten rum lief richtig hassen. Richtig! All die Alibipässe, die halbherzigen Tacklings, die erbärmlichen Abschlüsse und die taktischen Grundprobleme, sie trieben mich an den Abgrund meiner Seele. Ich wünschte Schiedsrichter nach Ausschwitz (lautstark) oder überwarf mich in jedem zweiten Spiel mit meinem Vater. Ich hasste von ganzem Herzen. Aber nur bis zum Abpfiff. Nach dem Spiel gibt es eine zweite Erlebniswelt, die sich den meisten wohl noch schwerer erschließt, als was ich sonst hier beschreibe. Ich weiß noch, wie ich vor 10 Jahren für das Spiel in Bochum die Schule schwänzte, Lense an seinem Geburtstag zum 1:0 traf, Hain beim Stand von 2:0 einen Elfer und den dazugehörigen Nachschuss hielt und Diabang kurz vor Schluss einen ganz edlen Konter über The-One-And-Only-Ansgar-Brinkmann zum 3:0 abschloss. Und ich weiß, wie ich danach auf den Zaun kletterte, der Sitz- und Stehtribühne trennte, wie Trainer Möhlmann seine so speziell-verkrampfte Zwei-Fäuste-Geste machte und abschließend Tim Danneberg, der da sein erstes Bundesligaspiel auf der Bank verbrachte und mittlerweile leider nicht mehr im Verein ist, mit glänzenden Augen nicht wusste, was zu tun war (Denkt nicht, ich gucke sowas nach). Das war der einzige Auswärtssieg in einer ganzen Saison, die mit dem Abstieg endete. Man möchte gefühlsduseln, das Spiel und das Danach: es war es wert.
Und es gab diese Momente, nach der Niederlage. Wenn sich da zwei Gefallene respektieren, während 60 Tausend drumherum den Arbeitssieg gegen den Punktelieferanten aus der Provinz beklatschten. Da war ein kleines Heer Versagerkinder unter sich und feierte sein Dasein („Niemand erobert den Teutoburger Wald“). In der würdevollen Niederlage verstand ich immer die Besonderheit dieses Clubs. Im erhaben Versagen dieser Farben fand ich den Grund, warum ich sie mir umband. Ich weiß nicht, wer damit angefangen hat, ich oder Arminia, aber das ist meine Stärke: das aufrechte Untergehen! Bei Freunden, Bekannten, Frauen sowieso. Ich kann nicht viel, aber ich kann gut verlieren. Vielleicht hat mir dieser Klub das beigebracht, vielleicht passe wegen dieser Fähigkeit einfach gut zu ihm. Und ich wollte dabei sein, damals, auf Schalke. Ich wollte nicht auf der A2 stehen, eine Stunde nach Abpfiff bei McDonalds abfahren und die Niederlage mit mir selbst ausmachen. Ich wollte meine Arme Richtung Rasen recken, sie als Zeichen meiner Anerkennung dem Laufpersonal entgegen werfen. Meine tiefe, unendlich tiefe Loyalität ihn gegenüber und vor allem gegenüber dem, was sie repräsentieren wollte geteilt werden.
In Zeiten in denen ich nicht viel habe, habe ich immer noch die Gewissheit, dass ich darin sehr gut bin, nicht viel zu haben. Das ist der nie endende könnende Hoffnungsloop. Das ist Schönheit.
Jetzt ist die schlimmste Saison in der Geschichte dieses Sports endlich vorbei. Ein halbes Jahr habe ich meine Sorgen vor diesem Verein versteckt. Ich war trocken geweint und 600 Kilometer auf Sicherheitsabstand. Es gab keine Möglichkeit mehr erwartungsfroh zu einem Auswärtsspiel zu fahren und dabei nicht bescheuert zu sein. Das 0:0 in der Allianzarena, es war ein guter Nachmittag. Wie da nach Spielende ein paar 18jährige Abwehrspieler in schwarzweißblau mir durch das Gitter erlöste Blicke zugewarfen, wie ein paar Sitznachbarn mich schief anguckten, weil ich in einer kritischen Phase sehr, sehr, sehr lautstark bejubelte, dass Eilhoff einen Eckball abgefangen hatte; war zutiefst befriedigend. Da war ich wieder einer dieser Gallier-Nerds, die glaubten es mit dem gesamten Römerstaat aufzunehmen. Doch sonst war da wenig Asterix die letzte Zeit, sondern nur ein wenig Trauer, ein bisschen Wut und jede Menge Gleichgültigkeit. Ein Selbstschutz.
Doch mit dem heutigen Tag ist alles wieder da. Die mögliche Lizenz für die 3. Liga, der neue Trainer, der neue Sportmanager, die beide kompetenter und motivierter wirken, als alles, was die letzten 5 Jahre hier Gehaltsschecks abgeholt hat. Das fast volle Stadion beim letzten Heimspiel, dass von einer Stadt kündet, die noch nicht aufgegeben hat, die dies nie tun wird. Niemand erobert den Teutoburger Wald. Wir sind würdevolle, ehrfürchtige Hinterwäldler.
In ein paar Jahren wird dieser Verein wieder um den Aufstieg in die 2. Liga spielen, er wird Preußen Münster schlagen, er wird dies mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs tun, die nur deswegen gefördert werden konnten, weil man diese Scheiße seitdem Hain weg und Middendorp da war, durchgemacht hat. Statistisch gesehen, lebe ich noch über 50 Jahre. Irgendwann wird Arminia wieder Bundesliga spielen und irgendwann werde ich mit diesem Verein auch nochmal ein Pflichtspiel im Ausland sehen, so wie ich es mir mal mit 14 Jahren auf eine Lebens-To-Do-Liste geschrieben habe. Nirgends ist die Hoffnung größer als in der Liebe. Nirgends braucht man die Hoffnung mehr als in der Liebe.
Dienstag, 19. April 2011
Top 100
Kein Hitchcock, kein Godard, kein Truffaut, kein Bergman, kein Fassbinder, kein Allen, kein Polanski, kein Almodóvar, kein Lynch, kein Western, kaum Eastern, kein Horror, kaum Doku, kein Citizen Kane, kein Pate, keine Amélie, kein Pulp Fiction, kein Herr der Ringe, kein Harry Potter, kein Star Wars, kein Blade Runner, kein 2001, nicht mal Lubitsch, Lang oder Chaplin. Keine Frauen-Quote, kein Spanien, keine Objektivität. Dafür viel Politik, viel Krieg, viel Satire und ein Regisseur, dessen sämtliche Filme es geschafft haben. Eine Art Lebensgeschichte in Filmen.
| 100. An jedem verdammten Sonntag – Oliver Stone 99. Fargo – Coen-Brüder 98. Ocean's Eleven – Steven Soderbergh 97. Die Queen – Stephen Frears 96. Pi – Darren Aronofsky 95. Mary And Max – Adam Elliot 94. Casablanca – Michael Curtiz 93. City Of God – Fernando Meirelles 92. Monster Ag – Peter Doctor 91. Dogma – Kevin Smith 90. Drei – Tom Tykwer 89. Schräger als Fiktion – Marc Forster 88. No Country For Old Men – Coen Brüder 87. Imaginary Heroes – Dan Harris 86. Das Leben des David Gale – Alan Parker 85. Die üblichen Verdächtigen – Bryan Singer 84. Manche mögens heiß – Billy Wilder 83. Nach der Hochzeit – Susanne Bier 82. Stay – Marc Forster 81. Reservoir Dogs – Quentin Tarantino 80. GoodFellas – Martin Scorsese 79. Lucky #Slevin - Paul McGuigan 78. L'auberge espagnole – Cédric Klapisch 77. Zombieland – Ruben Fleischer 76. Brüno – Larry Charles 75. Bloody Sunday – Paul Greengrass 74. Die Reifeprüfung – Mike Nichols 73. One, Two, Three – Billy Wilder 72. Das Schweigen der Lämmer – Jonathan Demme 71. Team America – Trey Parker, Matt Stone 70. Bin Jip – Ki-duk Kim 69. Mon Oncle – Jacques Tati 68. The Deer Hunter – Michael Cimino 67. Alien – Ridley Scott 66. There Will Be Blood – Paul Thomas Anderson 65. 21 Gramm – Alejandro Gonzalez Inarrítu 64. Catch Me If You Can – Steven Spielberg 63. Urwerk Orange – Stanley Kubrick 62. Micmacs – Jean-Pierre Jeunet 61. Thankyou For Smoking – Jason Reitman 60. Jodaeiye Nader az Simin – Asghar Farhadi 59. Little Children – Todd Field 58. Casino Royal – Martin Campell 57. Bowling For Columbine – Michael Moore 56. The Fountain – Darren Aronofsky 55. Momento – Christopher Nolan 54. Taxi Driver – Martin Scorsese 53. The Wrestler – Darran Aronofsky 52. Funny Games – Michael Haneke 51. Einer Flog Übers Kuckucksnest – Milos Forman 50. Old Boy – Chan-wook Pak 49. Punch-Drunk-Love – Paul Thomas Anderson 48. Barry Lyndon – Stanley Kubrick 47. Der fantastische Mister Fox – Wes Anderson 46. Brazil – Terry Gilliam 45. Der freie Wille – Matthias Glasner 44. South Park – Der Film – Trey Parker, Matt Stone 43. Zeiten des Aufruhrs – Sam Mendes 42. Starship Troopers – Paul Verhoeven 41. Apocalypse Now – Francis Ford Coppola 40. Big Fish – Tim Burton 39. Sieben – David Fincher 38. Das Fest – Thomas Vinterberg 37. Bob Roberts – Tim Robbins 36. Das Bourne Ultimatum – Paul Greengrass 35. Control – Anton Corbijn 34. Donnie Darko – Richard Kelly 33. Lost In Translation – Sofia Coppola 32. Gomorrha – Matteo Garrone 31. Wag The Dog – Barry Levinson 30. Adaption – Spike Jonze 29. Gran Torino – Clint Eastwood 28. Dogville – Lars von Trier 27. Inglourious Basterds – Quentin Tarantino 26. Watchmen – Zack Synder 25. Der Schmale Grat – Terrence Malick 24. Die Ritter der Kokosnuss – Terry Gilliam, Terry Jones 23. Hautnah – Mike Nichols 22. München – Steven Spielberg 21. Into The Wild – Sean Penn 20. Black Swan – Darren Aronofsky 19. The Departed – Martin Scorsese 18. Fight Club – David Fincher 17. Auf der anderen Seite – Fatih Akin 16. Full Metal Jacket – Stanley Kubrick 15. American Beauty – Sam Mendes 14. Irreversiblé – Gaspar Noé 13. Rachels Hochzeit – Jonathan Demme 12. Waltz With Bashir – Ari Folmann 11. Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben – Stanley Kubrick 10. Wall Street – Oliver Stone 09. Hard Candy – David Slade 08. Das Leben des Brian – Terry Jones 07. Magnolia – Paul Thomas Anderson 06. The Dark Knight - Christopher Nolan 05. Babel – Alejandro González Inarrítu 04. Das Apartment – Billy Wilder 03. Wo die wilden Kerle wohnen – Spike Jonze 02. Requiem For A Dream – Darren Aronofsky 01. Vergiss mein Nicht! - Michel Gondry |